
Foto: Dave-F
Ich weiß nicht, ob ich in dieser Hinsicht speziell empfindlich bin. Aber es gibt zwei Situationen, die mich beim Autofahren wirklich in Stress geraten lassen.
Die eine entsteht, wenn mein Beifahrer ein “Mitfahrer” ist. Das gibt es eigentlich meines Wissens nur bei solchen Leuten, die selber einen Führerschein haben. Manche Menschen haben nämlich als Beifahrer (oder überhaupt) keine guten Nerven, weil ihnen die Kontrolle über die Verkehrssituation entzogen ist. Mir ist es ja egal, wenn sie bei ungeregelten Kreuzungen nach rechts gucken und mir sagen, ob ich fahren kann. Ich schau trotzdem selbst auch noch, schließlich trage ich die Verantwortung (Nein, das ist nicht paranoid *g*).
Aber manche zucken auch noch zusammen oder quietschen los, wenn zB ein anderer Fahrer ein plötzliches und unerwartetes Manöver macht, und etwa knapp vor meiner Motorhaube einfädelt… Das stellt sich dann so dar: Ich erkenne eine Situation und beginne darauf zu reagieren. Dann kommt die leicht bis stark panische Reaktion des Beifahrers. Dann zucke ich zusammen und Adrenalin steigt in meinen Kopf, weil ich mit einer unmittelbaren Gefahrensituation rechne. Dabei habe ich die potentielle Gefahr schon vorher erkannt, und sitze jetzt erschrocken da. So etwas kann eine ganz normale Fahrt in der Stadt sehr schnell etwas ungemütlich machen, vor allem wenn es mehrmals hintereinander vorkommt. Daraus muss man aber die richtigen Konsequenzen ziehen: Meine Mutter sitzt, obwohl ich sie sehr liebe, bei mir nun normalerweise auf der Rückbank…
Die andere Stresssituation bezieht sich aufs “Drängeln”. In der Stadt ist es vielleicht weniger unangenehm, wenn einem jemand hinten am Kofferraum klebt. Die Geschwindigkeit ist niedriger, und dadurch das Risiko, bei einem Auffahrunfall ernsthaft verletzt zu werden. Trotzdem, ich selbst hab schon mehrere Auffahrunfälle in der City erlebt, sowohl als Beifahrer, als auch als Passant. Warum passieren die so häufig? Laut Statistik Austria ist es immerhin die häufigste Unfallart:

© STATISTIK AUSTRIA
Viele Leute halten einfach nicht genug Abstand. Das bedeutet dann, dass sich alle Verkehrsteilnehmer mehr konzentrieren müssen. Dabei ist das Fahren anders viel gemütlicher. Auf Bundesstraßen bei Geschwindigkeiten von mehr als 80 Km/h (und natürlich auf der Autobahn) nervt es mich extrem, wenn mir jemand ganz nah auffährt. Was soll der schon auch noch machen, wenn ich zB wegen einer Katze auf der Fahrbahn voll in die Eisen steige? Gar nix, er klebt mir nämlich dann schon im Auto. Meine Taktik für so eine Situation: Ich schalte die Nebelschlussleuchte ein, und lasse sie brennen, bis der Fahrer hinter mir sich merklich zurückfallen lässt. Das funktioniert in etwa 2/3 der Fälle, das letzte Drittel bleibt hartnäckig oder sieht das als Aufforderung zum Überholen an.


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