Nissan: Breiter Absatz von Autos mit Elektromotoren als Zukunftsperspektive

13 05 2008

Von Nissan gibt es ja einige aktuelle Konzeptautos mit Elektromotor, etwa den Cube Denki und den Pivo 2. Diese Autos sollen allerdings keine Einzelstücke bleiben. In Kalifornien wurde das Project Better Place aus der Taufe gehoben, mit dem Renault-Nissan eine Kooperation eingegangen ist.

Foto: Project Better Place Präsentation in Dänemark

Zahlreiche Elektroautos sollen zukünftig über das Start-Up in Israel und Dänemark verkauft werden. Um dem Bedarf an elektrischer Energie für die Akkus dieser Fahrzeuge nachzukommen, soll landesweit in großem Stil auf Parkplätzen Infrastruktur (=Steckdosen) entstehen, an der die Fahrzeuge nachgeladen werden können. Außerdem sollen einige Stationen dazukommen, an denen mit Roboter-Unterstützung gleich die ganzen Batterien getauscht werden können – wichtig bei den längeren Fahrten, da die Reichweiten mit einem vollgeladenen Akku heute noch bei nur 200 Km liegen…

Am 11. Mai wurde in Tel Aviv nun ein Prototyp vorgestellt, der äußerlich dem Renault Megane verdächtig ähnlich sieht. Über die Fahreigenschaften ist noch wenig bekannt, aber er soll den Sprint von 0 auf 100 in 8 Sekunden schaffen – und dabei kaum Motorgeräusche produzieren. Die Batterie stammt von Nissan und soll etwa 180 Kilogramm wiegen. Sie ist so verbaut, dass sie an den Wechsel-Stationen in kurzer Zeit ausgetauscht werden kann – das soll nicht mehr Zeit in Anspruch nehmen, als ein herkömmliches Fahrzeug mit Sprit zu betanken.

Schon kommendes Jahr sollen mehrere Hundert der Elektrofahrzeuge im Zuge einer Testphase auf den Straßen Israels unterwegs sein, und ab 2010 dann der reguläre Betrieb mit einer großen Anzahl an Elektroautos beginnen. In Dänemark sollen ab 2011 ebenfalls tausende Autos mit elektrischen Motoren unterwegs sein – die nötige Energie soll umweltfreundlich durch Windkraft erzeugt werden.

Für Nissan ist das aber erst der Anfang. Man hat sich Großes vorgenommen – Nissan will in den nächsten Jahren einer der Weltmarktführer im Bereich der Produktion von leistbaren Elektroautos werden. Große Investitionen sind geplant, um ab 2012 weltweit eine Palette an verschiedenen Fahrzeugen anbieten zu können, vom Kleinwagen über eine Limousine bis zum Kleintransporter.

Die Zahl der 2007 über den Globus neu verkauften PKW, die hauptsächlich im städtischen Bereich gefahren werden, wird auf etwa 10 Millionen geschätzt (von insgesamt 69 Millionen). Hier stellen Elektrofahrzeuge eine echte Alternative dar. Wenn der Betrieb inklusive der Kosten für Batterie und Ladung billiger ist als mit benzingetriebenen Autos, wird sich die Technologie durchsetzen können – eigentlich nur eine Frage der Zeit bei steigenden Ölpreisen.


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7 Antworten

14 05 2008
0julia0

Also nachdem mich letztes mal beim tanken wieder halb der Schlag getroffen hat: feine Sache. Bin gespannt, was sich auf dem Sektor noch alles tut und welche anderen Autohersteller es Nissan gleich tun werden!

14 05 2008
nissanfan

Rohöl über 120 Dollar/Fass, Pfingstpreise an den Tankstellen… Ich glaube, ich lehne mich da gar nicht so weit aus dem Fenster, wenn ich mal behaupte, dass Elektroautos in absehbarer Zeit ein gewohnter Anblick auf den Straßen werden.

15 05 2008
memeandsoul

Woran ich dabei denke ist mir die wunscherschöne Utopie dass in baldiger Zukunft nur noch abgasfreie Autos durch unsere Städte fahren… vor allem im Sommer wäre das eine Wohltat und damit ein echter Zugewinn an Lebenqualität…
DIe Gründe für die geringe Verbreitung (schwache Motorleistung und geringe Reichweite) werden sich hoffentlich noch durch intensive Forschung, eben auch von Nissan, in den Griff bekommen lassen und dann steht dem Elektroauto eigentlich nichts mehr im Weg
Ganz interessant ist dass wenn man die Historie des Automobils ansieht die Sache mit der Motorleistung zu Anbeginn des Automobils genau gegenteilig gelagert war.
“Nach verschiedenen Quellen wurde das erste Elektrofahrzeug im Jahr 1839 von Robert Anderson in Aberdeen, Schottland, gebaut. Damit wäre das Elektroauto 36 Jahre älter als das Automobil mit Verbrennungsmotor (1875).”
[...]“Den ersten Geschwindigkeitsrekord für ein Landfahrzeug stellte der französische Autorennfahrer Gaston de Chasseloup-Laubat am 18. Dezember 1898 mit dem Elektroauto Jeantaud Duc von Charles Jeantaud in Achères, Departement Yvelines nahe Paris auf. Die erreichte Geschwindigkeit war 62,78 km/h.”
Wikipedia
Naja da sind sie heute auch nicht viel schneller ;) ….

15 05 2008
nissanfan

Naja, ein bisschen doch. Gibt schon Projekte für ziemlich flotte Elektro-Sportwagen, muss ich mal raussuchen. Aber in der Stadt braucht man ja auch keinen Top Speed von 250.

18 05 2008
raoara

ich bin völlig begeistert von dieser entwiclung schließlich wird es nun wirklich schon zeit dass wir uns über solche dinge gedanken machen, denn wie wir wissen, ewig wird das gute alte öl nicht mehr da sein.
und ich finde auch dass schnelligkeit nicht immer ein kriterium sein sollte.
aber dass die autos erstmal in isreal verkauft werden sollten, wundert mich schon.
warum denn bitte?
weiss du das wer von euch zufällig?

19 05 2008
nissanfan

Gute Frage, warum die dort zuerst tätig werden. Das muss ich selber nochmal nachlesen.

26 08 2008
phlip

Wahrscheinlich weil Mr. Agassi in Israel geboren wurde und dort für ihn sehr gute Kontakte bestehen und er in internationalen Wirtschaft großes Ansehen genießt, auf Grund der Anstellung bei SAP im Vorstand. Somit ist er ein Aushängeschild für dieses Land und möchte wohl selber auf seinen Heimatstaat das Augenmerk lenken. Politisch und wirtschaftlich.

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