Vor allem die deutsche Autoindustrie hatte scharf dagegen protestiert hatte, dass schon ab 2012 EU-weit Neuwagen eines Herstellers im Durchschnitt nur 130 Gramm CO2 per Kilometer ausstoßen dürfen. Jetzt hat sich der aufgeweichte Kompromissvorschlag in Verhandlungen durchgesetzt. Den hatten ursprünglich Frankreich und Deutschland ausverhandelt.

Foto: toroichiban86
Das ursprüngliche Ziel von 130 Gramm CO2 wird zwar weiterhin ab 2012 angepeilt, aber im ersten Jahr müssen nur 65% der Flotte dieses Ziel erfüllen, 2013 dann 75%, 2014 80% und 2015 100%. Wenn diese Limits überschritten werden, werden hohe Strafzahlungen fällig. Für die Jahre 2012 bis 2018 heißt das, dass das erste Gramm über dem Limit pro Neuwagen 5€ kostet, die Strafe fürs zweite Gramm sind 15€, das dritte Gramm kostet 25€ und jedes weitere Gramm 95€…
So oder so werden aber nicht für alle Hersteller die gleichen Richtwerte gelten, der Grenzwert gilt im EU-Durchschnitt. Um die Klimaziele zu erreichen, müsste ein Premiumhersteller wie Mercedes einen viel größeren Anteil an CO2 einsparen als etwa Peugeot. Dank dem Kompromiss muss Mercedes jetzt den Ausstoß von derzeit 190 Gramm auf 142 Gramm senken, Peugeot aber von 142 Gramm auf 126 Gramm. Nischenhersteller fallen aus der Regelung heraus.
Die Grenzwerte müssen außerdem nicht vollständig über bessere Motoren erreicht werden. Bis zu 7 Gramm dürfen durch andere CO2-senkende Maßnahmen eingespart werden, etwa durch effizientere Klimanlagen. Weitere 10 Gramm sollen durch andere umweltfreundliche Innovationen erreicht werden, wie etwa bei der Reifentechnik, so dass am Ende unterm Strich der CO2-Ausstoß per Kilometer nur mehr 120 Gramm betragen soll.


Klar kommt bei der derzeitigen wirtschaftlichen Situation für die meisten Autohersteller eine solche Reduktionsanordnung relativ ungelegen.
Mir ist zum Thema ein Artikel zum Nissan Green Programm 2010 aufgefallen, in dem sich Nissan Ziele zur Reduktion von CO2 Emissionen setzt. zB soll in den Herstellungswerken der Ausstoss um 7 % gesenkt werden. Und da gibts noch so einige Maßnahmen die du eh auch auf deinem Blog bereits behandelt hast….
Ein Beleg dass es Nissan ernst damit meint kann man hieraus ablesen, denk ich :
“Die Reduzierung der CO2-Emissionen wurde sogar in den Management Performance Indicator aufgenommen. Dieser hatte bisher die Qualität, die Kosten und Zeit als Indikatoren (QCT = quality, cost, time) beinhaltet. Mit Beginn des neuen Fiskaljahres wurde er um ein „C“ für CO2 auf QCT-C erweitert. ”
(motornews.de)
nissan gehört beim kampf gegen den überhöhten co2 ausstoß sicher zu den ganz großen vorreitern, was sich jetzt auch bezahlt machen wird, weil sie in der momentanen krise nicht so drastisch wie andere hersteller den ausstoß ihrer autos reduzieren müssen und sowieso entwicklungen in diese richtung schon budgetiert haben.
das die eu hier ihre richtlinien trotz wirtschaftskrise durchzieht halte ich für immens wichtig, weil die ständige aufschieberei bei der suche nach alternativen energiequellen und antrieben uns ja soweit gebracht hat, dass jetzt alles schnell gehen muss.
außerdem sieht man gerade in der krise sehr gut, wer inovationsscheu und kundenfern geplant hat. die amerikanische autoindustrie ist unter anderem deswegen so tief abgestürtzt, weil sie immer noch an ihren benzinfressenden modellen mit hohem co2 ausstoß festgehalten haben, als diese autos schon lange niemand mehr haben wollte.
Soviel ich auch mitfühle mit der Autoindustrie müssen die einfach einsehen dass solche Massnahmen und neuen Regelungen einfach ein Muss sind und auch für sie unabdingbar sind, denn schließlich wünschen sich auch schon einige Kundengruppen Autos die umweltfreundlich sind und machen es davon abhängig sich eins zu zulegen oder eben nicht und da besteht für die Herrsteller die Chance neue Kundenschichten abzudecken was dann wieder Profit heißt.
Also sollen die alle nicht so jammern sondern anpacken, aber dass da Nissan schon angefangen hat – finde ich mal wieder super und sehr lobenswert, hoffentlich gehts im neuen Jahr weiter so mit noch mehr guten Vorsetzen!